Anstieg der Arbeitslosenzahlen und zugleich Abnahme der Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten

Mittwoch den 1.04.2009 - Abgelegt unter: Wirtschaft - Keine Kommentare »

Die Bundesagentur für Arbeit, die BA, musste am Dienstag einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen für den März bekannt geben. So kam es im März 2009 zu 34.000 Erwerbslosen mehr als noch im vergangenen Monat. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Prozent auf 8,6 Prozent. Insgesamt waren im März dieses Jahres damit 3.586.000 Menschen ohne Beschäftigung, zumindest jene, die sich bei einer der Agenturen für Arbeit vor Ort erwerbslos gemeldet hatten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, dem März 2008, kam es sogar zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen von plus 78.000 Erwerbslosen.

Im Vergleich zwischen dem Osten und dem Westen Deutschlands gehen die neuen Bundesländer klar als Sieger über die Linie. Während sich in den westlichen Bundesländern gleich mal 31.000 mehr Menschen erwerbslos meldeten als noch im Februar dieses Jahres, stiegen die Arbeitslosenzahlen im Osten nur um 3.000 Erwerbslose. Im Westen sind damit derzeit 2.379.000 bei den ARGEn, den Agenturen für Arbeit, arbeitslos gemeldet, in Ostdeutschland sind 1.207.000 Erwerbslose gemeldet.

Frank-J. Weise, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, sagte heute zu dem Anstieg der Erwerbslosenzahlen im vergangenen Monat: „Der konjunkturelle Abschwung wirkt sich zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus. Die drei wichtigsten Indikatoren des Arbeitsmarktes entwickelten sich negativ: Die Arbeitslosigkeit stieg, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm ab und die Arbeitskräftenachfrage ging weiter zurück. Allerdings hat Kurzarbeit dem stabilisierend entgegengewirkt“.

Während in den vergangenen beiden Jahren im März jeweils ein Rückgang der Erwerbslosen zu vermelden gewesen war, endete der Trend in diesem Jahr und die Zahlen fielen wieder in ein Minus zurück. Durch den Anstieg der Arbeitslosenzahlen im März 2009 gab es erstmals wieder einen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum seit dem Dezember des Jahres 2005. Dieses erklärt die Bundesagentur mit „der schweren Rezession, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet. Entlastend wirkt sich dabei das rückläufige Arbeitskräfteangebot aus.“

Zugleich gab das Statische Bundesamt (Destatis) heute einen Rückgang der Erwerbstätigenzahlen für den Februar dieses Jahres bekannt. Nach vorläufigen Berechnungen gab Destatis deshalb folgende Zahlen bekannt:

„Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage erster vorläufiger Berechnungen mitteilt, waren im Februar 2009  39,81 Millionen in Deutschland lebende Personen erwerbstätig. Das sind im Vergleich zum Vorjahresmonat 31 000 oder 0,1 Prozent mehr. Die Beschäftigungsgewinne des letzten Jahres haben sich mit den seit November anhaltenden monatlichen Rückgängen somit fast aufgezehrt.

Die Erwerbstätigenzahl ist im Vergleich zum Vormonat Januar um 14 000 Personen gesunken. Dieser vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise moderat erscheinende Rückgang relativiert sich mit Blick auf die durchschnittliche Entwicklung der Erwerbstätigenzahl in den Februar-Monaten der letzten zehn Jahre. Sie lag im Durchschnitt bei einer Zunahme von 40 000 Erwerbstätigen. Neben der Konjunktur dürfte die in diesem Winter relativ kalte Witterung einen negativen Einfluss auf die Entwicklung gehabt haben. Demgegenüber dürften die Regelungen zur Kurzarbeit dämpfend auf den Rückgang gewirkt haben.

Eine negative Entwicklung der Erwerbstätigkeit zeigt sich auch nach rechnerischer Ausblendung üblicher jahreszeitlich bedingter Schwankungen. Gegenüber dem Vormonat ging das saisonbereinigte Ergebnis um 13 000 auf 40,20 Millionen Erwerbstätige im Februar 2009 zurück.“

Damit zeigt sich eine bittere Wahrheit: Die Rezession hat Deutschlands Arbeitsmarkt mehr und mehr im Griff. Zwar sind die genannten Zahlen noch kein Grund, um Alarm zu schlagen, aber neben den immer wieder abfallenden Aktienkursen sind die schlechten Zahlen vom Arbeitsmarkt ein klares Signal für die Talsohle, in der Deutschlands Wirtschaft im Moment steckt.

Wie lange diese jedoch noch andauernd wird, können nicht einmal Experten wirklich voraussagen. Die Meinungen widersprechen sich hier derart, dass man einfach abwarten muss, wie sich die Wirtschaft unseres Landes in den nächsten Monaten entwickeln oder eben noch weiter zurückgehen wird.

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