Sparquote privater Haushalte in Deutschland 1991-2017

Die Sparquote ist ein volkswirtschaftlicher Begriff und gibt, bezogen auf private Haushalte, den Anteil des verfügbaren Einkommen wieder, der in Form von Ersparnissen zur Seite gelegt wird. Darüber hinaus gibt es noch eine sogenannte gesamtwirtschaftliche Sparquote, welche die Ersparnisse einer gesamten Volkswirtschaft als Anteil an ihrem Bruttoinlandsprodukt ausweist. Wir betrachten auf dieser Seite allerdings nur die erstgenannte Definition der Sparquote.

Die Sparquote wird folgendermaßen berechnet:

Sparquote = verfügbares Einkommen – Konsumquote

Ausgehend von der Tatsache, dass die notwendigen Lebenshaltungskosten eines privaten Haushalts in ihrer Höhe unabhängig vom verfügbaren Einkommen sind, lässt sich festhalten, dass die Sparquote einzelner Haushalte umso stärker steigt, je höher deren verfügbares Einkommen ist. Im Umkehrschluss gibt es eine Einkommensgrenze, unterhalb derer ein Haushalt gar nicht sparen kann, sondern zum sogenannten Entsparen greifen muss, indem er einen Kredit aufnimmt, um seine Lebenshaltung finanzieren zu können. Ein solches Verhalten steigert natürlich das gesamte Kreditvolumen der Privathaushalte.

Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass die privaten Haushalte in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ihre Sparquote erhöhen, wohingegen sie in wirtschaftlich guten Zeiten heruntergefahren wird. Die Gründe dafür sind psychologischer Natur und zum Beispiel in der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu suchen.

Ein weiterer Grund für einen Anstieg der Sparquote liegt insbesondere in Deutschland darin, dass Arbeitnehmer zunehmend privat für das Alter vorsorgen müssen, etwa in Form der Riester-Rente oder der Basisrente.

Sparquote deutscher Privathaushalte in Prozent des verfügbaren Einkommens

Quellen:

  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Die Sparquote sowie weitere Kennzahlen zum Sparverhalten privater Haushalte in Deutschland für die Jahre 1991 bis 2017 finden Sie nachfolgend in tabellarischer Form:

Jahr Sparquote (%) Veränderung zum Vorjahr (%) Veränderung kumuliert (%)
1991 12,7 0,0 0,0
1992 12,5 -1,6 -1,6
1993 11,9 -4,8 -6,4
1994 11,3 -5,0 -11,4
1995 11,0 -2,7 -14,1
1996 10,5 -4,5 -18,6
1997 10,1 -3,8 -22,4
1998 9,9 -2,0 -24,4
1999 9,4 -5,1 -29,5
2000 8,9 -5,3 -34,8
2001 9,6 7,9 -26,9
2002 9,6 0,0 -26,9
2003 10,3 7,3 -19,6
2004 10,0 -2,9 -22,5
2005 10,0 0,0 -22,5
2006 10,0 0,0 -22,5
2007 10,2 2,0 -20,5
2008 10,5 2,9 -17,6
2009 10,0 -4,8 -22,4
2010 10,0 0,0 -22,4
2011 9,6 -4,0 -26,4
2012 9,3 -3,1 -29,5
2013 9,0 -3,2 -32,7
2014 9,4 4,4 -28,3
2015 9,7 3,2 -25,1
2016 9,7 0,0 -25,1
2017 9,9 2,1 -23,0
Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Stand 2019

Insgesamt können wir für den betrachteten Zeitraum 1991 bis 2017 einen kumulierten Rückgang der Sparquote um 23 Prozent beobachten. Die Erklärung der Ursachen dieses Rückgangs bedarf allerdings weiterer Detailanalysen, die wir an anderer Stelle fortsetzen werden. Als ein Grund kann zum Beispiel die steigende Anzahl der Haushalte angeführt werden, die aufgrund zu niedriger Einkommen überhaupt nicht mehr in der Lage sind, Geld zu sparen. Stattdessen können sie die Lebenshaltungskosten nur noch decken, indem sie einen Kredit aufnehmen.